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21. Januar 2016

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Die Gelegenheit für alle, die schon immer einmal eine GCV Sitzung in Gonsenheim erleben wollen!
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Geschichte

Wann genau die ersten „Schnorreswackler“ beisammen saßen und ihren Blödsinn trieben, weiß keiner mehr so genau. Tatsache ist jedoch, dass sie ab 1892 offiziell als „Spar- und Karnevalverein Schnorreswackler“ in die Öffentlichkeit traten. Ihr Stammlokal war beim „Xaver“ (Becker) in der Gonsenheimer Grabenstraße. Die Gründungsversammlung fand im Haus des Wagnermeisters Heinrich Amman in der Grabenstraße 46 statt.
Die handvoll fastnachtserprobter, unternehmungslustiger Gründer waren: Jakob Franz Amman, Paul Amman, Franz August Becker, Franz Xaver Becker, Franz Josef Gahr, Franz Gebhardt, Karl Gebhardt, Joseph Kloos, Jakob Willigis Ludwig, Franz Georg Oehl, Eduard Rathgeber, Anton Schwam und Franz Wohn. Franz Hoffmann war der erste Präsident.

Gesangliche Darbietungen standen beim GCV schon immer hoch im Kurs. So gab es schon in den frühen Jahren wechselnde Gesangsgruppen, die das Orts- und Weltgeschehen närrisch glossierten. Man parodierte dabei auch Operettenszenen und legte auf groteske Komik großen Wert.

Und schon in den frühen Jahren muss das Interesse an den Schnorreswackler – Sitzungen groß gewesen sein: Bald spürte man, dass der Saal im Vereinslokal „Xaver"' zu klein war. So erfolgte im Jahr 1909 der Tapetenwechsel in das Gasthaus „Zum Löwen"', später in die „Brauerei".

Während des Ersten Weltkriegs und in der Inflationszeit (1923 bis 1925) trat auch in Gonsenheim die Fastnacht in den Hintergrund. Dass der Verein überlebte, beweist, dass sich schon in den 20er Jahren eine Tradition gebildet hatte, die man einfach fortführen wollte. Die Aktiven des CV „Schnorreswackler“ waren wohl schon damals über die närrische Zeit hinaus freundschaftlich verbunden. Man feierte gemeinsam die Feste, wie sie fielen und verbrachte mit Herrenpartien, Stammtischen und Gesellschaftsabenden die wenige Freizeit gemeinsam. Schließlich war Gonsenheim noch eine überschaubare und selbstständige Gemeinde und auch das Fastnachtstreiben in Gonsenheim hatte nur örtliche Bedeutung.

Auch in der Zwischenkriegszeit wuchsen der Verein und wohl auch die Zahl der Sitzungs-besucher und so wurde 1931 die Turnhalle an der Breiten Straße zur Narrhalla. Ab 1931 nannte man sich, mit Blick auf den gewichtigen Mainzer Carneval-Verein (MCV), nur noch Gonsenheimer Carneval-Verein oder GCV. Der Schnorres schien zunächst mal „out“. Stand die Fastnacht in den zwanziger Jahren noch unter französischer Zensur, so wurden in den Dreißigern politische Äußerungen zunehmend unmöglich. Mit Kriegsbeginn wurden auch beim GCV alle Aktivitäten eingestellt. Noch bevor 1947 der GCV wieder in Erscheinung trat, fand sich eine Gruppe zusammen, die die weitere Entwicklung des Vereins beeinflussen sollte und dafür sorgte, dass GCV-Fastnacht keine rein örtliche Angelegenheit mehr blieb: Die „Gonsbachlerchen“.

Die Mainzer Garden schmücken nicht nur den Mainzer Rosenmontagszug, sie werden auch bei jeder Sitzung gebraucht um den Einzug des Komitees zu eskortieren. So ließ sich das GCV - Komitee  bis 1953 regelmäßig von einer Abordnung der ältesten Mainzer Garde, der Mainzer Ranzengarde, eskortieren. Anfang 1953 kam die Idee auf, eine eigene Gonsenheimer Garde zu gründen. Als die Namensfindung abgeschlossen, eine Satzung vorbereitet und der Uniformentwurf fertig war, konnte am 20. März 1953 die Gründungsversammlung stattfinden. Beim Studium der Geschichte war man auf das Hessen-Kasseler Füsilier-Regiment Nr. 80 gestoßen, das 1689 Mainz belagert hatte um die Franzosen zu vertreiben. Die Füsiliere hatten damals ihren Angriff gegen das Fort Hartenberg vom Gonsbachtal her vorgetragen. Noch 1953 wurden die ersten Aktiven für die Garde gewonnen und auch gleich eingekleidet und am 23. Januar 1954 begleiteten 19 stolze Füsiliere in Ihren herrlichen Uniformen unter den Klängen des Narrhallamarsches das GCV Komitee auf die Bühne. Im Jahre 1955 schlossen sich der Gonsenheimer Carneval-Verein, die Gonsbachlerchen und junge Füsiliergarde zur „närrischen Achse“ zusammen.

1964 gelang es, eine zweite Gesangsgruppe aufzubauen. 12 Sänger fanden sich zusammen und traten als „Schnorreswackler“ in der Kampagne 1965 erstmals in die Öffentlichkeit. Die Schnorreswackler haben es stets verstanden, herausragende musikalische Leiter zu engagieren und auch junge Nachwuchssänger zu integrieren, sodass sich das gesangliche Niveau der Gruppe auf einem hohen Niveau bewegt und die Schnorreswackler auch heute – nach fast 50 Jahren – noch eine ganz junge Truppe sind. Pünktlich zur Jahrtausendwende fand auch bei den Schnorreswacklern ein Generationswechsel statt. Die Gewinnung ausgebildeter Sänger und die neue, professionelle musikalische Leitung führten zur Symbiose aus traditioneller Fastnacht und Geselligkeit sowie ausgefallenen Bühnenshows und perfektem Gesang. Anfang der siebziger Jahre ging ein lang gehegter Wunsch des GCV in Erfüllung: Ein eigenes Haus für Geschäftsstelle, Beratungsräume für Vorstands- und Ausschusssitzungen, ein Haus als Treffpunkt, für die Vereinsarbeit, aber auch zum Feiern. Und als in der Gerhart-Hauptmann-Straße eine alte Villa zum Verkauf stand, schlug man im April 1971 zu.

Auch eine Halle für die Zugwagen, die bis dahin während des Jahres beim MCV untergestellt werden konnten, war ein Wunsch des Vereins. Zwar wurde die alte Tugend aus den Gründerjahren als „Sparverein“ wiederbelebt und Mark zu Mark gelegt, aber trotz Fernseheinnahmen, guter Finanzwirtschaft und vieler Spenden war es nicht leicht, den Hallenplan in den achtziger Jahren zu verwirklichen. Ein Grundstück am „Hemel“ wurde erworben, die Umlegung und Erschließung abgewartet. Sofort danach ging es zügig los. Aufgrund der Fertigbauweise der Halle konnte an Eigeninitiative in großem Umfang nicht gedacht werden. Die Finanzierung der Halle ließ sich aber trotz des Ausfalls der Kampagne 1991 aufgrund des Zweiter Golfkrieg Zweiten Golfkriegs schneller realisieren als gedacht und so ist neben der Halle auch noch ein Vereinshaus mit einem Saal entstanden, der z. B. auch die Hauptversammlung aufnehmen kann.

Was beim Ballett selbstverständlich erscheint, dass stets junge Damen sich tanzend auf der Bühne einen festen Platz gesichert haben, gilt nicht zwangsläufig auch für die anderen Aktiven auf der Bühne. Beim GCV gab es jedoch auch hier in den neunziger Jahren einen Generationswechsel, der sich im Jahrzehnt zuvor schon angedeutet hatte. Nachdem 1991 die „Fassenacht im Saal und uff der Gass“ abgesagt worden war, konnte der GCV 1992 sein 100-jähriges Bestehen feiern. In den Folgejahren gelang es dem Verein, neben den bewährten, und seit Jahren bekannten Rednern, Sängern und Gruppen neue Talente aus den eigenen Reihen aufzubauen oder an den Verein heranzuführen. Als zweite Gesangsgruppe neben den Schnorreswacklern traten seit 1995 sechs junge Männer unter dem Namen „Aca & Pella“ unter der musikalischen Leitung von Tobias Mann erfolgreich beim GCV auf. Und noch etwas hat sich in den letzten Jahren verändert, was vielleicht kaum einem Sitzungsbesucher (bewusst) aufgefallen ist: die Bütt, eigentlich das klassische närrische Rednerpult, wird in Gonsenheim nur noch vom Protokoller benutzt.